18.08.2020

Das Wandern ist des Wanderers Lust. Die Proviantreste des Naturschützers Frust.

von Yvonne Rau

Vor der eigenen Haustüre kehren – was bedeutet das? Ich würde sagen, dass man andere nicht kritisiert und deren Handeln bemängelt, sondern sich besser um seine Angelegenheiten kümmert. Denn perfekt sind wir alle nicht. In meinem Fall kann man diesen Satz jedoch ganz anders verstehen – wörtlich und völlig entgegengesetzt: Ich habe mich bei meiner „Cleanwalking-Tour“ um den Dreck anderer geschert. Hier teile ich meine Eindrücke.

März: Corona-Ausbruch – Lock-Down – Stillstand. Alle bleiben zu Hause, kaum noch Autos auf den Straßen und die Luft wirkt sauberer als sonst. Bereits im April hinterfragt die Presse, inwieweit die Pandemie positiven Einfluss auf unsere Umwelt hat. In diesem Kontext wird häufig von einer Erholung und Heilung der Natur geschrieben. Experten widerlegen diese Aussagen zwar schnell und relativieren: unser Ökosystem ist so komplex, dass es sich durch wenige Wochen Stillstand nicht stark verändern kann. Dennoch geistern diese Aussagen immer noch durch die Medien. Dafür gibt es viele „Daumen hoch“. Mit Likes und Schwärmereien kann man im Umweltschutz jedoch nicht viel anfangen. Im Gegenteil, man hat plötzlich mit ganz anderen Verschmutzungen zu kämpfen.

Wir bleiben zu Hause und wo gehen wir hin, wenn wir’s dort nicht mehr aushalten? In die Natur. Und da lassen wir leider auch so einiges zurück. Wie sonst ist es zu erklären, dass Wanderschuh- und Fahrradsortimente plötzlich ausverkauft sind – gleichzeitig aber Müll auf Wanderwegen und in Naturschutzgebieten zu finden ist und Pausen- und Grillstellen oft aufzeigen, dass hier wohl ein Gelage stattgefunden hat?! Das ist übrigens sogar so, wenn dort Mülleimer zur Verfügung gestellt wurden.

Wer wie ich bereits vor der Corona-Pandemie Rad- und Wandertouren gemacht hat, kann meine neu gewonnen Eindrücke vielleicht teilen. Die „neuen  Naturliebhaber“ scheinen es mit Ihrer Naturliebe dann doch nicht ganz so genau zu nehmen

Oft gesehen: der Wegwerf-Mundschutz.

Ich muss zugeben, dass mich das echt wütend gemacht hat: Warum kann man mehrere Kilometer lang eine volle Ladung Essen und Getränke mit sich auf einen Berg schleppen und dann die leer gegessene Chips-Packung sowie die Trink-Dosen nicht einfach wieder mit runter nehmen. Hat schließlich weniger Gewicht und der nächste Mülleimer kommt bestimmt. Leider sind manche Mitmenschen da wenig belehrbar oder schlicht ignorant. Im Netz: „Hui, guckt mal, die schönen Blumen“ und auf der Wiese pfui: Tetrapack, Bonbon-Papier und Einwegmaske.

Nicht schimpfen – machen!

                               Ja, ich sollte vor meiner eigenen Haustüre kehren. Manchmal kaufe ich Kosmetikprodukte in Plastikbehältern und ich wette, dass man in meinem Kleiderschrank so einiges findet, dass nicht unbedingt umweltfreundlich und auch nicht fair hergestellt wurde. Ja, auch ich bin definitiv nicht perfekt. Und wenn ich mich über das Verhalten dieser Dreckspatzen ärgere, hilft das der Natur überhaupt nicht. Deshalb nehme ich das Kehren vor der eigenen Haustüre wörtlich und mache jetzt regelmäßig „cleanwalking“.

Auf einer Wanderung Anfang August habe ich das hier eingesammelt:

Inspiriert haben mich übrigens diverse Gruppen in den sozialen Medien, die Bilder von sich beim Aufräumen vermüllter Strände gepostet haben. Das Motto: „It’s not my garbage but it’s my planet“. Eine Aktion, die ich persönlich sehr schätze.

https://www.facebook.com/113497190029015/posts/its-not-my-garbage-but-its-my-planet-cleanup-15date-saturday-23-nov-2019time-170/152773909434676/

Und warum poste ich das hier auf unserem Firmen-Blog?

Weil ich intern in meiner Firma dazu aufgerufen habe, mitzumachen. Und ich mich sehr freuen würde, wenn andere es mir gleichtun. Außerdem starten wir dieses Jahr eine Kooperation mit unserem Lieferanten Rubbermaid. Ein Hersteller von Abfallsammelbehältern und Reinigungswagen. Das Motto: love recycling. Na, wenn das nicht passt?!

Ihr kehrt auch regelmäßig vor eurer Haustür oder sammelt beim Wandern den Müll anderer ein? Dann teilt es mit mir – entweder hier in den Kommentaren oder auf den Social-Media-Kanälen von KAISER+KRAFT. Ich bin mir sicher: Wenn jeder von uns ein bisschen sammelt, erreichen wir schon viel, denn ein bisschen ist immer besser als nichts. #loverecycling

Tags zum Artikel cleanwalking welove recycling 

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