19.10.2020

Diversity bei KAISER+KRAFT – Interview mit Eva Kemper

von Justine Weiß

KAISER+KRAFT hat im November 2019 die Charta der Vielfalt unterzeichnet.  Wir treten für ein wertschätzendes und vorurteilsfreies Arbeitsumfeld ein, das Talente auf Grund ihrer Leistungen schätzt – unabhängig von Alter, Geschlecht und geschlechtlicher Identität, ethnischer Herkunft und Nationalität, Religion und Weltanschauung, sexueller Orientierung und Identität oder physischen Fähigkeiten.

In einer Blogserie zum Thema Diversity wollen wir unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu Wort kommen lassen.

Bitte stell dich kurz vor. Was ist deine Aufgabe im Unternehmen? In welchem Bereich bist du tätig?

In meiner Rolle als Abteilungsleiterin im Produktmanagement für den Bereich „Transport & Lager“ bin ich mit meinem Team dafür zuständig, unseren Kunden ein ansprechendes Produktsortiment anzubieten. Dies beinhaltet die Pflege des bestehenden Sortiments und die Entwicklung neuer Produktsortimente. Zum Kunden hin gestalten wir die Vermarktung des Sortiments, zum Lieferanten hin die Preis- und Konditionsvereinbarungen sowie die Sicherstellung von Qualität und Liefertreue.

Wer oder was hat dich auf deinem Weg zu einer Position als Führungskraft unterstützt?

Mir wurden viele Freiheiten gelassen und Chancen gegeben. Wenn mich Prozesse gestört haben, habe ich sie verändert. Dabei habe ich meinen Einflussbereich konstant ausgedehnt überschritten.

Die für mich zuständigen Führungskräfte haben mir zum Glück aber immer mehr zugetraut, als ich mir selbst und mich quasi in die Führungsrolle „geschubst“. Und in der habe ich mich dann auch schnell zurechtgefunden.

Gab es auch irgendwelche Hindernisse?

Mein Arbeitsleben hat mit einer Ausbildung zur Tischlerin begonnen. Im anschließenden Holztechnikstudium lag der Frauenanteil bei unter 10 Prozent. Daher bewege ich mich schon seit 15 Jahren in einem eher männerdominierten Umfeld. Ich nehme mich selbst daher nicht mehr als „Exotin“ wahr.

In meiner ersten Führungsposition durfte ich mir ab und zu anhören, dass ich diese Position nur bekommen hätte, weil ich eine Frau sei. Mit einer einfachen Rückfrage, welche Qualifikation mir den für diese Stelle fehlen würde, konnte ich diese Statements immer entkräften.

Wie kann Frauen der Zugang zu Führungspositionen erleichtert werden?

Wir müssen in Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fortschrittlicher werden. Von einer Führungskraft wird häufig erwartet, dass sie über die Regelarbeitszeit hinaus arbeitet. Aber solchen Anforderungen kann man nur schwer gerecht werden, wenn beide Elternteile berufstätig sind. Oft bleibt dann eben die Frau zu Hause oder arbeitet in Teilzeit. Daher sollten unbedingt auch über Teilzeitmodelle für Führungspositionen nachdenken.

Ebenso wichtig ist ein diverses Führungsteam. Das macht nicht nur das Unternehmen grundsätzlich attraktiver, sondern zieht dann in der Folge natürlich auch weitere Führungskräfte mit unterschiedlichstem Hintergrund an.

Was hältst du von der Frauenquote in TOP-Führungspositionen?

Ich bin für die Frauenquote, weil es meiner Meinung nach genügend qualifizierte Frauen gibt. Es ist deshalb ein Irrglaube, dass man Frauen nur einstellt, weil sie Frauen sind und Qualifikationen dabei eine weniger wichtige Rolle spielen.

Führungskräfte neigen dazu, Personen einzustellen, die ihnen selbst ähnlich sind. Wenn sich daran nichts ändert und wir mit der bisherigen Geschwindigkeit weitermachen, dann dauert es noch einmal mindestens 40 Jahre, bis wir bei einer Geschlechterparität in Vorständen angekommen sind. Das muss schneller gehen.

Die Frauenquote in Aufsichtsräten zum Beispiel, zeigt Wirkung. Im Gegensatz zu Vorständen liegt hier die Frauenquote bei über 30 Prozent. Es sollte unbedingt im Interesse eines jeden Unternehmens liegen, diverse Führungsteams zu etablieren, denn Studien belegen, dass Unternehmen mit diversen Führungsteams mehr Innovationen und bessere Ergebnisse hervorbringen.

Wie nimmst du generell das Thema Vielfältigkeit im Unternehmen wahr?

Zu wenig. Unsere Geschäftsführung besteht komplett aus Herren Ende 30/Anfang 40. Da wünsche ich mir schon auch weibliche Beteiligung. Zwar gibt es im mittleren und unteren Management einen höheren Frauenanteil, gefühlt liegt der allerdings trotzdem deutlich unter 30 Prozent.

Zudem macht sich Vielfältigkeit eben nicht nur am Geschlecht fest. Noch fehlen unterschiedliche Kulturen und ein stärkerer Austausch der KAISER+KRAFT Europa mit anderen ausländischen Tochtergesellschaften.

Welche Themen in Bezug auf Vielfältigkeit sollten zukünftig angegangen werden?      

Eine stärkere Vernetzung der KAISER+KRAFT Europa mit den ausländischen Tochtergesellschaften. Und ein diverser Vorstand, beziehungsweise eine diverse Geschäftsführung.

KAISER+KRAFT hat die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Nun müssen wir sie auch im Alltag erlebbar machen!

Tags zum Artikel Chancengleichheit Charta der Vielfalt Diversity Geschlechtergleichheit Interview 

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