29.10.2019

KongressBW

von Moritz Mergenthaler

Zusammen mit der Nachhaltigkeitsbeauftragten Justine Weiß nahm ich am 8. Ressourceneffizienz- und Kreislaufwirtschaftskongress Baden-Württemberg teil. Das vollgepackte Programm begann mit einer Eröffnungsrede vom Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann.

Nach dem gelungenen Einstieg gab der britische Polarforscher, Robert Swan ein paar Einblicke in seine Forschung an den beiden Polen. In seiner emotionalen Rede beschrieb er seine Fußmärsche zum Nord- und Südpol. Es war einerseits sehr faszinierend die Geschichten zu hören, die Swan auf seinen Abenteuern so erlebte, allerdings auch erschreckend wie sich das obere sowie das untere Ende der Welt mit der Zeit veränderte. Seine Forschung finanziert Herr Swan durch Spenden von Privatleuten, um nicht von großen Unternehmen abhängig zu sein. Mit seiner selbstgegründeten Organisation „2041“ setzt sich Robert Swan für die Umwelt ein. Mit der Organisation will er es schaffen, dass das Umweltprotokoll zum Antarktisvertrag über 2041 hinaus verlängert wird. Außerdem war Swan als Sonderbotschafter für das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und die UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) tätig.

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Nach dem Forscher folgte ein Vortrag des Geschäftsführers und Arbeitsdirektors der Robert Bosch GmbH Christoph Kübel über unternehmerische und gesellschaftliche Verantwortung. Er erzählte wie die Firma Bosch bis 2020 klimaneutral werden möchte. Herr Kübel präsentierte großartige und vielversprechende Punkte. Man bekam ein Eindruck wie engagiert sich Bosch mit dem Thema Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz auseinandersetzt.

Christoph Kübel war auch Teil der darauffolgenden Podiumsdiskussion, welche von Dr. Marc Beise geführt wurde. Ebenfalls Teil dieser Diskussionsrunde waren der Vorsitzende des DGB Baden-Württemberg Martin Kunzmann, Geschäftsführer der Karle Recycling GmbH Stephan Karle und der Standortleiter Schweinfurt der ZF Friedrichshafen AG. Thema dieser Runde war die Motivation der Mitarbeiter und mehr Ressourceneffizienz. Sie redeten darüber, wie man es schafft, seine Mitarbeiter zu mehr Nachhaltigkeit zu motivieren. Herr Karle sprach über die Vorbildfunktion von Geschäftsführern und wie wichtig diese sei. Des Weiteren erklärte jeder Teilnehmer wie ihre Unternehmen mit dem Diskussionsthema umgehen und was sie für eine gute Mitarbeitermotivation machen.

Nach der Mittagspause ging es weiter im Plenum mit dem Thema „Herausforderung Klimaziele – Wandel der Geschäftsmodelle“. Den Einstieg machte der Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg Franz Untersteller, mit dem Thema Ressourcenschutz ist Klimaschutz. Nach seiner Rede verlieh Herr Untersteller den Keff-Preis, welcher effiziente Unternehmen auszeichnet.

Nach der Preisverleihung betrat die erste Frau des Tages das Podium. Sandrine Dixson-Decleve ist Co-Präsidentin des Club of Rome und hielte einen Vortrag mit der Überschrift Climate Emergency: a Call to action. Sie sprach darüber, was passieren muss und, dass es jetzt passieren muss, um den Planeten zu retten. Nach ihrer energiegeladenen Ansprache folgte eine Präsentation vom Geschäftsführer des Stuttgarter Flughafen Walter Schoefer mit dem Thema Langstreckenziel CO2-Neutralität im Kontext steigender Passagierzahlen. Dieser hatte natürlich von Anfang an einen schweren Stand bei dem Publikum eines Nachhaltigkeitskongresses. Doch Herr Schoefer überzeugte mit einer großartigen Vorstellung, wie der Flughafen effizienter werden soll. Mithilfe von Stromeinsparungen und alternativen Antriebsarten von Flugzeugen sollen die gesteckten Ziele erreicht werden. Er machte den Skeptikern und Kritikern klar, dass das Flugzeug unverzichtbar ist. Den letzten Vortrag, den wir uns anhörten, war der vom Geschäftsführer der Lorenz GmbH & Co. KG Wilhelm Mauß. Der Hersteller von Messgeräten, wie beispielsweise Wasserzähler sprach über das Thema neue Geschäftsmodelle als Schlüsselelement für Materialeffizienz. Er stellte die verschieden Anschaffungsmodelle seiner Produkte vor und deren Effizienz. Es war ein schöner Abschluss, eines vielseitigen Tages.

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Fazit: Der Tag beim KongressBW hatte viele Facetten mit vielen guten Ideen und Umsetzungen. Dennoch gab es auch Kritikpunkte, wie beispielsweise Vorträge mit vielen Zielen und Planungen aber ohne wirkliche Umsetzungen oder dem geringen Anteil an Frauen auf dem Podium. Wir konnten für uns selbst etwas mitnehmen von der Veranstaltung und das ist das Wichtigste. Empfehlen können wir diese Veranstaltung eigentlich jedem, da sie kostenlos ist und eine Vielzahl an Informationen und Ideen liefert, mit denen man eigene Ziele oder Projekte möglicherweise besser umsetzen kann.

 

Tags zum Artikel Recycling Ressourcen/Klima 

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