28.10.2020

Diversity bei KAISER+KRAFT – Interview mit Timo Deuschle

von Justine Weiß

KAISER+KRAFT hat im November 2019 die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Wir treten für ein wertschätzendes und vorurteilsfreies Arbeitsumfeld ein, das Talente auf Grund ihrer Leistungen schätzt – unabhängig von Alter, Geschlecht und geschlechtlicher Identität, ethnischer Herkunft und Nationalität, Religion und Weltanschauung, sexueller Orientierung und Identität oder physischen Fähigkeiten.

In einer Blogserie zum Thema Diversity wollen wir unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu Wort kommen lassen.

Bitte stell dich kurz vor. Was ist deine Aufgabe im Unternehmen? In welchem Bereich bist du tätig?

Ich bin Fachleiter bzw. „Technical Lead“ im Bereich Java-Softwareentwicklung der Abteilung Webshop Development. In unserer Abteilung sind wir dafür verantwortlich, dass sowohl die alten als auch die neuen Onlineshops von KAISER+KRAFT reibungslos funktionieren und stetig optimiert und weiterentwickelt werden. Ich persönlich bin dabei der Hauptansprechpartner, wenn es um technische Fragen geht, ich helfe neuen Kollegen, sich schnell einzuarbeiten und sitze viel in Besprechungen, um neue Konzepte für das Gesamtsystem der Onlineshops zu erarbeiten.

Du bist gerade aus deiner 6-monatigen Elternzeit zurück. Wie war es für dich? Welche Erfahrungen hast du gemacht?

Insgesamt hatte ich 7 Monate Elternzeit, einen Monat im letzten Jahr, und nun 6 Monate am Stück. Außerdem arbeite ich jetzt im Rahmen der Elternteilzeit mit einer reduzierten Arbeitszeit pro Woche.

Ich empfand die Zeit als sehr bereichernd für mich, da ich eine tiefe Bindung zu meinem Sohn aufbauen konnte. Mir persönlich ist es sehr wichtig, alle Aspekte des Elternseins zu kennen und dazu gehören eben die guten und die schlechten Phasen, die man mit einem kleinen Kind tagtäglich durchmacht. Die schönste Erfahrung war für mich zusehen zu können, wie der Kleine fast täglich Neues lernt und die Welt für sich entdeckt.

Andererseits habe ich auch festgestellt, dass das für mich keine Dauerlösung ist. Ich brauche schon auch die Abwechslung, mich bei der Arbeit neuen Herausforderungen zu stellen und mit meinen Kollegen zusammenzuarbeiten.

Wie einfach/schwierig war es, die Elternzeit zu beantragen? Gab es irgendwelche Hindernisse?

Als Arbeitnehmer in Deutschland hat man quasi ein Anrecht darauf, Elternzeit zu nehmen, das funktioniert sehr einfach und unbürokratisch. Aber natürlich habe ich vorher mit meinem Vorgesetzten bei KAISER+KRAFT gesprochen und wir haben uns gemeinsam überlegt, wie die Zeit überbrückt werden kann. Kommunikation ist hier sehr wichtig. Wenn klar ist, wann ich erreichbar bin bzw. wer mich vertreten kann, dann haben alle ein besseres Gefühl dabei.

Wie hat dein Umfeld auf die genommene Elternzeit reagiert?

Gerade bei Arbeitskollegen gab es Bedenken auf Grund meiner Abwesenheit, denn die Arbeit, die ich mache, fällt ja trotzdem weiter an. Im privaten Bereich habe ich aber sehr positive Reaktionen bekommen. Mehrfach haben mir ältere Väter erzählt, dass sie das im Nachhinein auch gerne gemacht hätten.

Würdest du die Akzeptanz von Elternzeit auf Grund deines Geschlechts als schwieriger erachten?

Es ist erstaunlich, wie überrascht viele heutzutage immer noch sind, wenn sie mittags einen Vater mit Kind beim Spazieren treffen. Aussagen wie „Wo ist denn die Mama?“ habe ich nicht nur einmal gehört. Wenn ich erzählte, wie lange ich zu Hause bleibe, hörte ich oft: „Was, 7 Monate, so lange?“. Meine Partnerin hingegen hört bei der gleichen Antwort oft: „Was, nur 7 Monate?“. Auch bei KAISER+KRAFT kamen eher überraschte Reaktionen, obwohl eine längere Auszeit bei werdenden Müttern völlig selbstverständlich ist. Insgesamt würde ich nicht von mangelnder Akzeptanz reden, weder privat noch beruflich. Für viele ist es aber auch im Jahre 2020 noch ungewohnt und wird eher mit einem langen Urlaub gleichgesetzt.

Wie sieht es aus deiner Sicht mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei KAISER+KRAFT aus?

Mir hilft dabei hauptsächlich die flexible Arbeitszeit, die es mir erlaubt, meinen Sohn in die Kita zu bringen oder abzuholen. Durch Corona wurde das Homeoffice ermöglicht, was mir persönlich zwei Stunden Arbeitsweg pro Tag spart. Auch der Zuschuss zu den Kosten der Kinderbetreuung ist eine gute Sache. Weitere Vorteile wie den „pme Familienservice“ oder einen Platz in der Kita im Bülowbogen habe ich nicht in Anspruch genommen. Es wird hier also von KAISER+KRAFT einiges geboten.

Wie nimmst du generell das Thema Vielfältigkeit im Unternehmen wahr?  

Bei uns in der IT bzw. der Softwareentwicklung ist es vollkommen normal, mit Leuten aus unterschiedlichsten Kulturen und Ländern zusammenzuarbeiten. Alleine bei uns im Team haben wir schon Kollegen u.a. aus der Ukraine, Polen, Russland, Türkei, Spanien, Marokko, Ägypten, Iran und Indien gehabt. Ich habe das Gefühl, dass auch andere Bereiche am Hauptsitz in Stuttgart immer vielfältiger werden.

Trägt das Thema Vielfältigkeit aus deiner Sicht zu einem positiven Kulturwandel bei? 

Ich denke Vielfältigkeit (egal, ob in Bezug auf Nationalität, Geschlecht, Religion, Alter etc.) erweitert meinen Horizont ungemein, und auch KAISER+KRAFT kann davon profitieren, wenn unterschiedliche Denkweisen zu kreativen Ideen führen.

Welche Themen in Bezug auf Vielfältigkeit sollten zukünftig angegangen werden? 

Das größte Problem ist hier aus meiner Sicht die Sprachbarriere. Einige Bereiche von KAISER+KRAFT sind unseren nicht-deutschsprachigen Kollegen nur schwer zugänglich. Viele Besprechungen und Rundmails werden zwar mittlerweile auch auf Englisch angeboten, aber es gibt da noch viel zu tun.

Tags zum Artikel Chancengleichheit Charta der Vielfalt Diversity Geschlechtergleichheit Interview 

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