27.04.2020

Engage-Aktion: Aufruf an alle Näherinnen und Näher!

von Petra Petsch

Sie sind gerade nicht nur in aller Munde, sondern teils auch schon davor – Atemschutzmasken. Der einfache Mundschutz schützt natürlich nicht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, kann aber die Reichweite des Atemausstoßes verringern.

So begann im März unser Aufruf an die Hobbynäherinnen unter den Beschäftigten von KAISER+KRAFT. Erste Idee war es, alle Mitarbeiter mit selbst hergestellten Masken, oder Facies auszustatten.
Leider haben sich aufgrund der aktuellen Umstände nicht genug Teilnehmer gefunden, um für alle KAISER+KRAFT Mitarbeiter Masken zu nähen. Die komplette Firma musste sich in wenigen Augenblicken auf 100 % Home-Office einstellen; die persönlichen Situationen zu Hause veränderten sich für viele von heute auf morgen. Schulen und Kitas wurden geschlossen, also stand für viele an erster Stelle, den neuen Alltag zu organisieren.


Die vier Näherinnen, die wir gewinnen konnten, gaben aber alles…

…und auch KAISER+KRAFT trug seinen Teil dazu bei. Die Firma spendete die Materialkosten und belohnte den persönlichen Einsatz mit einem Tag Sonderurlaub.

So konnten innerhalb kürzester Zeit fast 200 Masken hergestellt werden.

Nicht genug für die 450 Mitarbeiter von KAISER+KRAFT, aber doch genug, um einige wichtige Einrichtungen wie Altenheime, Physiotherapeuten, eine SOS-Kinderdorf-Gruppe oder auch die Vesperkirche in der Leonhardsgemeinde in Stuttgart sehr glücklich zu machen. Somit kam es so doch zu einem guten Ende unserer Aktion. Wir wollten jenen helfen, die sich selbst nicht helfen konnten. Das haben wir erreicht:

Für alle, die selbst aktiv werden wollen, haben wir einen Link zu einer Nähanleitung eingefügt.

Mund-Nasen-Schutz__Naehanleitung_2020_Feuerwehr_Essen.pdf

Inzwischen gibt es viele Varianten der Ausführung.
Die Klassischen mit Falten und Bändern zum Binden hinter dem Kopf oder welche mit Gummi zum hinters Ohr klemmen.
Zur Zeit der Produktion war Facebook voll von Beiträgen und die Shops für die notwendigen Rohmaterialaien schon ausverkauft. Gut, wer Zuhause ein Lager mit den allernotwendigsten Zutaten hatte. Als Stoffe taugen sowohl feste Baumwolle, als auch Jerseys.
Zu aller Not muss eben das „gute Hemd“ des Familienoberhaupts daran glauben.
Wer keine Gummilitze zur Hand hat, bedient sich entweder an alten T-Shirts, die er in Streifen schneidet, oder opfert eine Feinstrumpfhose und zerschneidet diese.

Wer nicht nähen kann, kann den Bürotacker bemühen (Bei dieser Variante bitte unbedingt sorgfältig arbeiten, die Augen sind nicht weit weg).
Alternativ schneidet man die Form einfach inklusive Löcher für die Ohren.

Zur Not tut es auch ein Schal vor Mund und Nase. Egal, welche Variante man wählt, es dient dem Schutz der Anderen.
Und wenn wir das alle tun, hat jeder etwas davon. Die selbstgenähten Werke sind oft bunt und einfallsreich gestaltet – so kommt doch wenigstens ein wenig Farbe in die ernste Situation.
Ich bin überzeugt, bald wird es wieder professionelle Masken geben, irgendwann auch einen Impfstoff. Bis dahin müssen wir eben alle miteinander füreinander da sein.
Ich selbst setze mich jetzt wieder an meine Nähmaschine, denn inzwischen gilt die Maskenpflicht für das öffentliche Leben.
Meine Freunde und meine Familie zählen auf mich – also: Ran an die Nadel.

Tags zum Artikel Aktion Mitarbeiterengagement 

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