09.12.2019

Vortrag zum Thema Wildbienen und Insekten

von Justine Weiß

Im Rahmen unseres WIN-Charta Zielkonzeptes haben wir uns das Ziel gesetzt, ein Bienenprojekt zu unterstützen und für das Thema Biodiversität zu sensibilisieren.

Aus diesem Grund haben wir am 14.11.2019 eine Expertin vom NABU Baden-Württemberg eingeladen, um uns einen Vortrag zum Thema „Wildbienen und Insekten in unseren Gärten und Gemeinden“ zu halten. Sabine Holmgeirsson ist Fachbeauftragte Wildbienen und Pflanzenschutz NABU Bundesfachausschuss Ökotoxikologie & Umweltchemie Mitglied AK Wildbienen-Kataster im Entomologischen Verein Stuttgart 1869 e.V.

Frau Holmgeirsson erklärte uns auf welch unterschiedliche Art und Weise Insekten / Wildbienen leben:

  • solitär (einzelne Brutröhren) -> viele Wildbienenarten/Insekten
  • in Kolonien (mehrere Brutröhren mit einem Nestausgang) -> einige Wildbienenarten
  • primitiv eusozial (Völkerbildung über den Sommer) -> Hummeln, Wespen
  • hoch eusozial (überwintern auch als Volk) -> Ameisen, Honigbienen

Die Bestäubungsleistung durch Honigbienen, Wildbienen oder Insekten beträgt 80% bei Nutz-/Kulturpflanzen und 90% bei Wildpflanzen. Insekten leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit der Menschen.

Doch von ca. 580 Wildbienenarten in Deutschland stehen rund 50% auf der Roten Liste. Mit Vorwarnstufe sind es fast 70%.

Die Ursachen für das Insektensterben sind vielfältig:

  • Lebensraumverlust durch Flächenverbrauch/-versiegelung
  • fehlende Nistplatzflächen
  • Klimawandel
  • künstliches Licht
  • Nahrungsmangel durch naturferne Gärten
  • intensive Landwirtschaft mit Pflanzenschutzmittel und Glyphosat

Jede/-r Einzelne kann durch sein/ ihr Verhalten zur Ursachenbekämpfung beitragen:

  • Umdenken beim Kaufverhalten > hin zu regionalen und/oder Bioprodukten
  • im Garten Nützlinge fördern
  • Flachdächer z.B. Carports/Garagen begrünen
  • Nistplätze anbieten
  • kein Einsatz von Laubbläsern /-saugern, Mährobotern

Alternativen gibt es viele, die in Gärten und Kommunen umgesetzt werden können:

  • mehr heimische Pflanzen/Gehölze
  • keine Exoten, Hybrid- oder gefüllte Sorten
  • regionale Blühmischungen
  • Flächen staffelweise mähen und seltener
  • keine „versteinerten Gärten“

Die ideale Gestaltung von Nistplätzen sieht vor:

  • Sandhaufen mit Steinen
  • Baumscheite mit Löchern
  • Röhren Durchmesser 3-8 mm, Länge bis zu 10 cm, eine Seite verschlossen
  • Pflanzenstängel
  • Dabei beachten: Tannenzapfen, Stroh etc. sind nicht geeignet, da sie Fressfeine anlocken.

Frau Holmgeirsson berichtete uns auch von dem aktuellen Stand des Volksbegehrens „Rettet die Biene“ in Baden-Württemberg, welches folgende Ziele beinhaltet:

  • Schutz der Artenvielfalt im Naturschutz-Gesetz aufnehmen
  • kein Pestizid-Einsatz in Schutzgebieten
  • Pestizideinsatz bis 2025 halbieren
  • Streuobstwiesen unter Schutz stellen
  • Ökolandbau bis 2030 auf 50% bringen

Die Unterschriftensammlung läuft vom 24.09.2019 bis 23.03.2020. Derzeit ruht das Volksbegehren, d.h. es werden bis Mitte Dezember aktiv keine Unterschriften gesammelt. Hintergrund ist ein Eckpunktepapier vom 14.10.19, das von der Landesregierung herausgegeben wurde. Zum Ende des Vortrages versorgte uns die Referentin mit jeder Menge Buchempfehlungen. Wir haben während des Vortrages viel über Wildbienen und Insekten gelernt und danken Frau Holmgeirsson ganz herzlich. Als nächstes werden wir prüfen, inwiefern wir unseren Außenbereich geeigneter für Wildbienen und Insekten gestalten können.

Tags zum Artikel Bienen Umweltschutz Vortrag 

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